Im Zuge der Renovierung des Saals wurde auch das Ausstellungskonzept leicht verändert. Der Schwerpunkt liegt jedoch nach wie vor auf der Präsentation von Vogelpräparaten.

Um sich dennoch wieder dem Anspruch an das ehemalige, universelle Naturalienkabinett zu nähern, wurden wieder Sammlungsstücke aus den Bereichen Mineralogie, Gesteinskunde, Paläontologie sowie Botanik eingefügt. Auch das „Pomologische Kabinett“ und die „Würzburger Lügensteine“ fanden ihren Weg zurück in den Vogelsaal. Derzeit beleben rund 2200 Exponate die Vitrinen.

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Minerale und Gesteine

Diese werden in Schauschränken im Vorraum der Galerie präsentiert. Die Minerale sind nach ihrer chemischen Zusammensetzung systematisch geordnet. 

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antimonit0Unter ihnen befinden sich seltene Stücke aus inzwischen erloschenen regionalen Lagerstätten. Die meisten entstammen der alten Museumskollektion und wurden vor rund 150 Jahren und früher gesammelt. Die Gesteine sind nach sedimentärer, magmatischer und metamorpher Entstehung gegliedert.

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Würzburger Lügensteine

Im Vorraum zur Galerie wird eine stattliche Kollektion der berühmten Würzburger Lügensteine aufbewahrt - Zeugnisse eines der kuriosesten Betrugsfälle in der Geschichte der Naturwissenschaften.

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luegensteoine 01Das Opfer war der Würzburger Mediziner und fürstbischöfliche Leibarzt Johann Bartholomaeus Adam Beringer (?1667-1738). Im Jahr 1725 überbrachten ihm drei junge Männer aus dem benachbarten Ort Eibelstadt verschiedene Muschelkalksteine, auf denen seltsame Figuren zu sehen waren. Angeblich fanden sie diese Figurensteine auf einem Berghang nahe Eibelstadt. Beringer belohnte die Burschen und spornte sie zu weiterer Suche an. Tatsächlich brachten sie ihm im Verlauf des Jahres Hunderte weiterer Exemplare, auf denen Tiere, Pflanzen, Himmelskörper und hebräisch wirkende Schriftzeichen als Halbreliefs zu erkennen waren. Der Gelehrte untersuchte die „Funde“ und publizierte schon 1726 sein berühmtes Werk, die „Lithographiae Wirceburgensis“. In dem opulenten Buch diskutiert er wissenschaftlich die potentiellen Entstehungsmöglichkeiten dieser Figurensteine. Kurz nach dem Erscheinen des Werks wurde der Betrug aufgedeckt: Akademische Neider Beringers bewogen die Eibelstädter Burschen dazu, die Figuren in Stein zu schnitzen. Ihr Ziel war, Beringer lächerlich zu machen, womit sie letztlich auch Erfolg hatten.
Die Mehrzahl der ausgestellten Exemplare, vielleicht alle,  besorgte bereits Franz Ludwig von Erthal für sein Naturalienkabinett. Für den modern denkenden Regenten galten sie offensichtlich als eine Mahnung an die Wissenschaft.

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Botanik

In zwei Schauschränken eingangs der Galerie finden die Besucher eine Auswahl von ausgewählten Samen und Früchten verschiedener Pflanzenarten. Urzeitliche Pflanzen werden von Fossilien aus dem Devon bis zum Tertiär repräsentiert.

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Pomologisches Kabinett

Bei dieser ebenso kostbaren wie seltenen Kollektion handelt es sich um kunstvoll gefertigte Wachsmodelle verschiedener Obstsorten. Die Objekte wurden zwischen 1795 und 1813 im Landes-Industrie-Comptoir des Weimarer Kaufmanns, Verlegers und Schriftstellers Friedrich Justin Bertuch hergestellt.

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pom kab 01Während dieses Zeitraumes wurden die Modelle in Gebinden von jeweils 8 – 10 neuen Sorten der Reihe nach auf den Markt gebracht. Insgesamt waren es 104 Apfel-, 104 Birnen-, 35 Pflaumen- und Zwetschgen-, 38 Kirschen-, 4 Aprikosen,- 15 Pfirsichsorten sowie eine Nuss und eine Mispel. Die Modelle dienten zur Verbreitung der Kenntnis von Sorten, die für den Obstbau seinerzeit wertvoll erschienen. In der Bamberger Sammlung sind 193 Modelle erhalten.

Die Bertuch'schen Wachsfrüchte sind Hohlkörper und deshalb äußerst fragil. Ihre Wandstärke beträgt nur etwa 2 mm. Sie sind Abgüsse echter Früchte, ihre Stiele bestehen aus gehärtetem und mit Wachs überformten Zwirn, der lasierende Farbauftrag lässt die Modelle täuschend echt erscheinen. Dass sie so zerbrechlich sind, erklärt ihre Seltenheit. Nur noch wenige Kollektionen haben bis heute überlebt.

Von den verschiedenen Sorten existiert heute nur noch rund ein Drittel. Unter diesen sind wiederum nur die wenigsten als verbreitet oder gar wirtschaftlich bedeutend zu werten. Der Rest gilt aus verschollen.

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Wirbellose Tiere

Die gesamte nördliche Langseite der Galerie ist den Präparaten wirbelloser Tiere vorbehalten. Die Auswahl einzelner Tierstämme ist nach der modernen Systematik geordnet:  Schwämme, Nesseltiere, Moostierchen, Plattwürmer, Fadenwürmer, Armfüßer, Weichtiere, Ringelwürmer, Gliederfüßer, Stachelhäuter.

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wirbellose 01Viele der Exponate sind historisch wertvoll. So befinden sich unter den Korallen Exponate, die älter sind als das Museum selbst. Wo immer möglich, finden die einzelnen Tierstämme Ergänzungen durch ihre jeweiligen fossilen Vertreter.

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Wirbeltiere (ohne Vögel)

Die Exponate von Wirbeltieren beginnen mit den Fischen auf der östlichen Schmalseite der Galerie. Meist sind es recht alte Präparate, denen man zwar die Zeit ansieht, die jedoch gerade deshalb wunderbar zum Charakter dieses historischen Naturalienkabinetts passen. Zu finden sind sowohl heimische Süßwasserfische als auch Rochen, Haie und andere Fischgruppen aus allen Weltmeeren.

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wirbeltiere-01In der Folge schließen die Amphibien und Reptilien an. Viele dieser Exponate, vor allem die Schlangen, liegen als Alkoholpräparate vor und unterstreichen damit den historischen Charakter des Saals. Versteinerte Skelettelemente von Fischsauriern und Plateosaurus erlauben den Blick in die Urzeit.

Nach einigen Schauschränken mit exotischen Singvögeln als Ergänzung zu den Vitrinen der unteren Etage werden Präparate kleinerer Säugetiere aus aller Welt präsentiert. Imposant hingegen ist der stämmige männliche Löwe, der auf einem Schauschrank im Vorraum zur Galerie steht. Unter seinen mächtigen Pranken – in der Vitrine – wird eine Sammlung diverser Säugetierskelette und -schädel aufbewahrt, darunter seltene Exemplare wie Ameisenbär, Manati, Delphin, Koala und viele andere. Narwalstoßzähne, von denen drei Exemplare präsentiert werden, galten bis zum Ende des Mittelalters als Hörner des sagenumwobenen Einhorns. Vom Grönlandwal stammen die größten Exponate des Vogelsaals: zwei Unterkieferhälften, die auf dem Boden der unteren Etage liegen. Historische Präparate von Primaten aus der Alten und Neuen Welt blicken vom Mineralienschrank des Galerievorraums auf die Besucher herab.

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Vögel

Ihnen gilt der Hauptschwerpunkt der Ausstellungen in diesem Saal. Derzeit sind 1255 Exemplare, verteilt auf rund 800 verschiedene Arten zu sehen. Sie sind nach der modernen biologischen Systematik geordnet, beginnend mit exotischen Lauf- und Hühnervögeln rechts des Eingangs und endend mit exotischen Singvögeln links des Eingangs.

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voegel 01Weitere exotische Singvögel finden sich in einigen Vitrinen der Galerieebene. Hervorzuheben sind unter anderem: die vom Menschen ausgerottete Wandertaube, der äußerst seltene neuseeländische Eulenpapagei, einige Paradiesvögel, sowie der Göttervogel Quetzal aus den Nebelwäldern Mittelamerikas. Die Vitrinen der Raummitte beherbergen europäische Vögel, darunter nahezu alle bei uns lebenden Arten.
Die notwendige Neubestimmung der meist aus historischer Zeit stammenden Vogelexponate wurde dankenswerterweise von Herrn Pascal Eckhoff vom Museum für Naturkunde in Berlin durchgeführt. Die besonders reizvollen obelisken- und pyramidenförmigen Vitrinen der unteren Etage beherbergen Kolibris sowie die Sammlung von Eiern und Nestern.

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Der Raum

teaser der raum-1Der Saal erstreckt sich über eine Grundfläche von rund 200 qm.

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Die Geschichte des Bamberger Vogelsaals

teaser geschichte-1Das Wirken des Fürstbischofs Franz Ludwig von Erthal

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